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Der Geruch eines Buches – woher der unverwechselbare Duft eines neuen Exemplars kommt

Geruch eines Buches

Für viele Lesebegeisterte ist der Geruch eines Buches fast genauso wichtig wie sein Inhalt. Es reicht schon, ein neu erschienenes Exemplar aufzuschlagen, um den unverwechselbaren Geruch von Papier, Tinte und Buchbindematerial zu riechen. Manche beschreiben ihn als frisch, andere als leicht süßlich oder holzartig. Unabhängig von den Assoziationen ist eines sicher: Der Geruch eines Buches ist einzigartig und kaum mit etwas anderem zu verwechseln.

Interessanterweise ist es nicht der Geruch einer einzelnen Zutat. Er entsteht durch die Kombination vieler Materialien, die bei der Herstellung eines Buches verwendet werden. Papier, Tinte, Klebstoffe, Lacke und der Einband beeinflussen den Geruch der fertigen Publikation.

Der Geruch eines Buches beginnt mit dem Papier

Den größten Einfluss auf den Geruch eines Buches hat das Papier. Schließlich macht es den größten Teil des Volumens einer Publikation aus.

Papier wird hauptsächlich aus Zellulosefasern hergestellt, die aus Holz gewonnen werden. Diese sind für einen Teil des charakteristischen Geruchs verantwortlich. Je nach Papiersorte kann der Geruch eher neutral oder deutlich wahrnehmbar sein.

So haben ungestrichene Papiere wie Munken Print Cream, Munken Lynx oder CircleOffset White oft einen natürlicheren Geruch als Kreidepapiere. Das liegt unter anderem an ihrer Struktur und an der Art ihrer Herstellung.

Daher kann sich der Geruch eines auf Naturpapier gedruckten Buches von dem eines auf Kreide gedruckten Albums unterscheiden.

Buchgeruch vs. Tinte

Die zweite wichtige Quelle für Aromen sind Druckfarben. Obwohl sie nach der Produktion völlig unbedenklich verwendet werden können, setzen sie für eine gewisse Zeit geringe Mengen an VOC frei.

Diese sind für einen Teil des charakteristischen Geruchs eines neuen Buches verantwortlich. Er ist besonders leicht zu riechen, wenn man ein frisch gedrucktes Exemplar öffnet.

Moderne Drucker verwenden Tinten mit immer geringeren Geruchsemissionen, aber es wäre praktisch unmöglich, diesen Effekt vollständig zu beseitigen. Es ist die Mischung aus Papier- und Tintengeruch, die den Geruch eines Buches ausmacht, den die meisten Menschen mit einem neuen Exemplar in Verbindung bringen.

Geruch eines Buches versus Bindung

Der endgültige Geruch wird auch von den Buchbindematerialien beeinflusst. Bei geleimten Büchern sind die Klebstoffe, die bei der Herstellung des Einbands verwendet werden, von Bedeutung. Bei gebundenen Büchern werden zusätzlich Materialien für den Einband, das Innenfutter oder das Kapital verwendet.

Die meisten dieser Elemente sind für den Leser nicht wahrnehmbar, aber sie bilden zusammen ein charakteristisches Geruchsgemisch. Deshalb kann sich der Geruch eines gebundenen Buches leicht von dem eines dünnen Büchleins unterscheiden.

Warum alte Bücher anders riechen

Der Geruch verändert sich im Laufe der Zeit. Viele Menschen finden sogar, dass alte Bücher angenehmer riechen als neue.

Das liegt daran, dass das Papier im Laufe der Jahre einem natürlichen Alterungsprozess unterliegt. Die Zellulosefasern zersetzen sich und setzen die chemischen Verbindungen frei, die für das unverwechselbare Aroma alter Bibliotheken und antiquarischer Bücher verantwortlich sind.

Deshalb riecht ein Buch, das erst vor wenigen Monaten erschienen ist, ganz anders als ein Jahrzehnte altes Exemplar.

Riecht jedes Buch gleich?

Eindeutig nein. Der Geruch wird von vielen Faktoren beeinflusst, unter anderem:

Deshalb können zwei Bücher, die mit unterschiedlichen Technologien gedruckt wurden, völlig unterschiedlich riechen, selbst wenn sie ein ähnliches Format und eine ähnliche Seitenzahl haben.

Besonders deutliche Unterschiede sind zwischen kreidehaltigen und ungestrichenen Papieren sowie zwischen digital und im Offset gedruckten Büchern zu erkennen.

Buchgeruch vs. Leseerlebnis

Obwohl es wie eine Kleinigkeit erscheint, hat der Geruch einen echten Einfluss auf die Wahrnehmung einer Veröffentlichung. Untersuchungen zur Produktwahrnehmung zeigen, dass Menschen Objekte nicht nur mit den Augen, sondern auch mit anderen Sinnen bewerten.

Im Falle von Büchern sind diese von großer Bedeutung:

Deshalb werden für Sammlerausgaben und Premium-Publikationen häufig hochwertige Naturpapiere und sorgfältig ausgewählte buchbinderische Materialien verwendet. So wird sichergestellt, dass das Buch den Leser schon vor dem Lesen der ersten Seite in seinen Bann zieht.

Warum wir den Geruch eines Buches mögen

Einige Forscher glauben, dass die Bindung an den Geruch von Büchern auf Emotionen und Erinnerungen zurückzuführen ist. Viele Menschen verbinden den Geruch von Papier mit einer Bibliothek, mit Lernen, mit einem ruhigen Abend oder mit der Lieblingslektüre aus ihrer Kindheit.

Daher ruft der Geruch oft positive Assoziationen und ein Gefühl der Behaglichkeit hervor. Dies ist einer der Gründe, warum das traditionelle Buch trotz der Entwicklung von E-Books immer noch so viele Anhänger hat.

Zusammenfassung

Der Geruch eines Buches stammt nicht aus einer einzigen Quelle. Er entsteht durch Papier, Druckfarben, Klebstoffe und die beim Binden verwendeten Materialien. Jedes dieser Elemente beeinflusst den endgültigen Geruch der fertigen Publikation.

Deshalb riecht ein neues Buch anders als ein altes Exemplar, und ein auf Kreide gedrucktes Album ist anders als ein Roman auf Munken Print Cream Papier. Auch wenn wir oft nicht bewusst darauf achten, ist der Geruch eines Buches eines der Elemente, die den Kontakt mit einer gedruckten Publikation zu einem einzigartigen Erlebnis werden lassen.

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