Strukturiertes Papier taucht immer häufiger in Premium-Projekten auf. Es wird sowohl von Modemarken als auch von Verlagen gewählt, die die Qualität des Produkts bereits auf der Materialebene hervorheben wollen. Aber obwohl es elegant und originell aussieht, verhält es sich nicht immer so, wie der Kunde – oder der Designer – es erwartet. Bevor Sie also eine Bestellung aufgeben, lesen Sie, was Sie über strukturiertes Papier in der Druckpraxis wissen sollten.
1. Texturiertes Papier beeinträchtigt die Lesbarkeit des Textes
Das ist der erste und wichtigste Punkt: strukturiertes Papier ist nicht neutral. Seine Oberfläche kann – je nach Sorte – feine Rillen, eine körnige Textur oder eine ausgeprägte Prägung aufweisen. Das sieht zwar auffällig aus, kann aber bei kleinen grafischen Elementen zu Problemen mit der Lesbarkeit führen.
Dies gilt insbesondere für dünne Schriften (unter 8 pt), feine Linien oder Abbildungen mit feinen Details. Auf stark geprägten Papieren (z. B. Leinen, Leinwand) verteilt sich die Tinte nicht immer gleichmäßig, was dazu führt, dass die Tinte „verschüttet“ wird oder sich nur an den oberen Enden der Prägung sammelt. Die Folge? Die Buchstaben können verschwommen oder „intermittierend“ aussehen.
2. Farben sehen anders aus als auf glatt gestrichenem Papier
Wenn Sie auf strukturiertem Papier drucken, müssen Sie damit rechnen, dass die Farben nicht so aussehen wie auf klassisch gestrichenem Papier. Die Oberfläche des Papiers nimmt die Tinte ungleichmäßiger auf, was sich auf den Kontrast, die Sättigung und den gesamten Farbeindruck auswirken kann. Besonders auffällig ist dies bei Vollflächen und dunklen Farben.
Es ist ratsam, einen Probe druck anzufertigen, noch bevor die Auflage genehmigt wird. Dies ist besonders wichtig für Projekte, bei denen die Farbe eine wichtige Rolle spielt, wie z. B. bei Produktfotografie, Imagekatalogen oder Verpackungen in limitierter Auflage.
3. Strukturiertes Papier braucht nicht viel, um Eindruck zu machen
Im Gegensatz zu glatten Papieren kann strukturiertes Papier selbst manchmal das wichtigste ästhetische Element eines Projekts sein. Oft genügt schon ein sparsamer Druck, eine klare Typografie oder eine gut gewählte Veredelung, um ein Material zu schaffen, das sich von der Konkurrenz abhebt.
Es eignet sich gut für solche Projekte wie:
- Einladungen und Erinnerungsmaterial,
- minimalistische Visitenkarten,
- Buch- oder Notizbuchumschläge,
- Zeugnisse, Diplome, Urkunden.
Bei diesen Anwendungen spielt die Struktur des Papiers „die erste Geige“ und die Farbe des Drucks unterstreicht sie nur.
4. Nicht jedes strukturierte Papier ist für den Digitaldruck geeignet
Obwohl der Digitaldruck niedrige Druckauflagen ermöglicht, ist nicht jedes strukturierte Papier dafür geeignet. Tiefere Prägungen oder ungewöhnliche Oberflächenbeschaffenheiten funktionieren möglicherweise nicht mit Toner oder führen zu ungleichmäßigem Druck. In der Praxis bedeutet dies zum Beispiel eine schlechtere Farbabdeckung, ein Problem mit kleinen Merkmalen oder eine unzureichende Farbhaftung.
Deshalb lohnt es sich immer:
- Fragen Sie die Druckerei, ob das Papier, das Sie verwenden möchten, für den Digitaldruck geeignet ist,
- wählen Sie ein alternatives Papier mit ähnlicher Beschaffenheit, aber besserer Kompatibilität,
- vermeiden Sie die anspruchsvollsten Strukturen bei Auflagen von weniger als 100 Stück.
5. Strukturiertes Papier ist einen Test wert – und eine Preiskalkulation
Die Wahl des strukturierten Papiers ist eine Entscheidung, die Hand in Hand mit Tests und Beratung gehen sollte. Ein solches Papier ist in der Regel teurer als normales Kreide- oder Offsetpapier, und seine Parameter – Flächengewicht, Dicke, Verfügbarkeit – können sich nicht nur auf die optische Wirkung, sondern auch auf die Logistik (z. B. das Versandgewicht) auswirken.
Wenn das Design auffällig und unverwechselbar sein soll, lohnt es sich auf jeden Fall, in strukturiertes Papier zu investieren. Aber es lohnt sich auch, darüber nachzudenken, ob es für das gesamte Projekt gelten soll oder z. B. nur für den Umschlag, die Trennblätter oder die Titelseiten. Solche Kompromisse führen oft zum besten Endergebnis – optisch und budgetär.
Zusammenfassung
Strukturiertes Papier ist ein Material mit großem Potenzial, aber auch mit vielen Nuancen. Bevor Sie sich für die Verwendung entscheiden, sollten Sie sich vergewissern, dass es für die Druckform, die Art der Grafik und Ihre Erwartungen geeignet ist. Und wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie die Druckerei nach Mustern, Vorschlägen und Beispielen für die Umsetzung. Manchmal reicht ein einziges Detail aus, um ein gewöhnliches Projekt in etwas ganz Besonderes zu verwandeln.






