Die Papierstärke ist eines der häufigsten Themen, die mit den Kunden einer Druckerei besprochen werden – ganz gleich, ob es sich um den Druck von Büchern, Flyern oder Verpackungen handelt. Auch wenn das Thema technisch anmutet, hat es doch einen großen Einfluss auf die Qualität, das Gefühl in der Hand und die Funktionalität des Endprodukts. In diesem Artikel haben wir die 5 häufigsten Fragen zusammengestellt, die von Kunden gestellt werden, die nicht täglich mit Drucksachen arbeiten, aber die richtige Papierdicke für ihr Projekt finden möchten.
Papierdicke vs. Grammatur – ist das dasselbe?
Diese Frage stellt sich fast immer. In der Alltagssprache wird die „Papierdicke“ oft mit dem Flächengewicht gleichgesetzt, aber in der Praxis sind sie nicht dasselbe. Die Grammatur bezieht sich auf das Gewicht des Papiers, ausgedrückt in Gramm pro Quadratmeter (gsm), während die Dicke die tatsächliche physikalische Abmessung ist. Sie wird meist in Mikrometern oder Millimetern gemessen.
Zwei Papiere mit einem Flächengewicht von 250 g/m² können beispielsweise unterschiedlich dick sein, wenn sie sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden (z. B. gestrichenes oder ungestrichenes Papier). Aus diesem Grund erscheint 170 g Kreidepapier dünner als 160 g Offsetpapier – seine Textur ist kompakter. Bei Projekten, bei denen es auf das Gefühl in der Hand ankommt (Visitenkarten, Einladungen, Verpackungen), lohnt es sich daher, nicht nur auf die Grammatur, sondern auch auf die physikalische Dicke und Steifigkeit des Materials zu achten.
Was soll ich für den Katalog auswählen?
Die Stärke des Papiers in Katalogen sollte so gewählt werden, dass sie bequemes Blättern mit angemessenem Prestige verbindet. Die am häufigsten verwendeten Papiere sind 130-170 g für die Innenseiten und 250-350 g für den Umschlag. Dies ist jedoch nur ein Teil des Puzzles – die tatsächliche Dicke ist ebenso wichtig.
Es lohnt sich, daran zu denken:
- Je mehr Seiten, desto dünner sollte das Papier in der Mitte sein. Um eine zu dicke und sperrige Publikation zu vermeiden.
- Ein dickerer Einband verstärkt immer den Eindruck von Solidität – besonders bei matter oder Soft-Touch-Folie.
- Bei hochwertigen Projekten sollten Sie den Einband mit Buchbinderpappe kaschieren.
Gibt es Normen für die Papierstärke von Büchern?
Es gibt keine einheitliche Norm, aber die Papierstärke von Büchern hängt stark vom Verwendungszweck ab. Für Belletristik wird in der Regel 80-100 g Offsetpapier (Dicke von etwa 90 bis 120 μm) verwendet, während für Kinderbücher oder Bücher mit Illustrationen häufig 120-140 g Offsetpapier oder 130-170 g Kreidepapier verwendet werden.
Bei Lehrbüchern und Arbeitsheften ist auch die Beschaffenheit des Papiers wichtig: Kann man darauf schreiben? Lässt es sich nicht einstechen? Gute Druckereien haben Muster und können zeigen, wie die Dicke bei gleichem Flächengewicht je nach Art des Materials variiert.
Welche Fehler machen die Kunden bei der Wahl der Papierstärke?
Diese Frage stellt sich nicht direkt, aber die Antwort lässt sich aus vielen Gesprächen ableiten. Die häufigsten Fehler sind:
- Die Wahl eines zu dünnen Papiers – ein 90 g schweres Flugblatt kann billig und nicht sehr haltbar wirken.
- Die Wahl von zu dickem Papier – zum Beispiel für eine 48-seitige Broschüre mit Heftbindung, bei der die Dicke dazu führt, dass die Mitte nicht geschlossen werden kann.
- Nichtberücksichtigung der Dicke bei der Auswahl von Umschlägen – 300-g-Blätter passen möglicherweise nicht in Standard-C5-Umschläge.
Wie prüfe ich die Dicke des Papiers vor dem Druck?
Das Beste: persönlich. Wenn möglich, fordern Sie von der Druckerei Muster an. Gute Druckereien haben einen Papierkatalog mit Angaben zu Grammatur, Dicke und Steifigkeit. Sie können auch darum bitten, dass Ihnen ein Muster zugesandt wird, bevor Sie die Produktion übernehmen, insbesondere bei hohen Auflagen oder wichtigen Werbematerialien.
Angaben zur Dicke sind in den PDF-Dateien für den Druck nicht enthalten. Diese Entscheidung müssen Sie treffen, bevor Sie mit der Produktion beginnen. Wenn Sie unerfahren sind, sollten Sie der Druckerei vertrauen – fragen Sie aber auch, wie sich die Dicke auf das Versandgewicht, die Verpackungskosten oder die Art der Präsentation (z. B. an einem POS-Stand) auswirkt.
Zusammenfassung:
Die Papierstärke ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern auch der Funktionalität. Sie wirkt sich auf den Druck, die Haltbarkeit, die Versandkosten und den Benutzerkomfort aus. Deshalb lohnt es sich, sich einen Moment Zeit zu nehmen, um das richtige Material zu wählen – und im Zweifelsfall immer den Drucker zu fragen. Es ist besser, dem vorzubeugen, als zu bedauern, dass das Produkt anders aussieht, als wir es uns vorgestellt haben.






