Der Slogan „druckfertiger Entwurf“ klingt beruhigend. Die Datei ist im PDF-Format gespeichert, die Grafiken sind vorhanden, der Text eingefügt, die Farben eingestellt. Das Problem: In der Praxis entpuppt sich ein druckfertiger Entwurf sehr oft als ein „fast fertiger“ Entwurf. Und der Unterschied zwischen „fast“ und „wirklich“ kann Zeit, Nerven und Geld kosten. Hier sind 6 Warnzeichen, die zeigen, dass Sie das Projekt noch überarbeiten müssen.
Entwurf fertig, aber ohne Beschnitt und sichere Ränder
Das zweite Warnzeichen ist das Fehlen von sicheren Rändern. Text, der zu nah am Rand platziert wird, kann optisch „abgeschnitten“ werden oder unschön aussehen, auch wenn er physikalisch passt. Ein professioneller druckfertiger Entwurf berücksichtigt immer die technischen Schneidetoleranzen.
Druckfertiger Entwurf mit Farben in RGB
Dies ist ein Klassiker. Die Datei sieht auf dem Monitor gut aus, weil sie in RGB erstellt wurde. Das Problem ist, dass der Drucker in CMYK arbeitet. Die Unterschiede in Sättigung und Helligkeit können erheblich sein, insbesondere bei intensiven Blau-, Grün- oder Neontönen.
Wenn das druckfertige Design Elemente in RGB enthält, erfolgt die Konvertierung in CMYK automatisch – aber das Ergebnis ist möglicherweise nicht wie erwartet. Eine professionelle Prüfung vor dem Versand kann Enttäuschungen vermeiden.
6 Signale, dass das Projekt korrigiert werden muss
- Fehlender Beschnitt oder falsches Seitenformat.
- Text wird als Schriftart gespeichert und nicht in Kurven umgewandelt.
- Grafiken mit zu geringer Auflösung (weniger als 300 dpi).
- Unangemessene Anzahl von Seiten in einer gehefteten oder geleimten Publikation.
- Kein Einbezug des Buchrückens in die Umschlaggestaltung.
- Schwarzer Hintergrund, der aus einer einzigen Farbe statt aus dem so genannten Tiefschwarz besteht.
Jeder dieser Punkte kann dazu führen, dass ein Projekt nachgebessert werden muss, auch wenn es visuell korrekt aussieht.
Druckfertiger Entwurf ohne Bindung
Die Gestaltung eines Buches, eines Katalogs oder eines Notizbuchs endet nicht mit den Doppelseiten. Die Art der Bindung wirkt sich auf das Layout des Inhalts aus. Bei einer Klebebindung „versteckt“ sich ein Teil des Inhalts im Buchrücken, bei einem Notizbuch gibt es das Phänomen der Seitenverschiebung (Creep), und bei einem Hardcover muss man Umschläge und Einbände berücksichtigen.
Wenn der druckfertige Entwurf diese Elemente nicht berücksichtigt, kann es vorkommen, dass wichtige Teile des Inhalts zu nahe an der Mitte oder am Rand liegen.
Was ist zu prüfen, bevor Sie Ihre Datei an die Druckerei senden?
Bevor Sie die Datei hochladen und das Projekt als fertig betrachten, sollten Sie eine kurze Checkliste durchgehen:
- Hat die Datei das richtige Endformat + Anschnitt?
- Sind alle Farben in CMYK oder Pantone?
- Haben die Grafiken min. 300 dpi?
- Wurde die Rückseite des Umschlags korrekt berechnet?
- Berücksichtigt der Entwurf die Art der Bindung?
Ein paar Minuten Arbeit können Tage an Korrekturen sparen.
Warum es eine gute Idee ist, ein druckfertiger Entwurf mit einer Druckerei abzustimmen
Selbst erfahrene Grafikdesigner kennen manchmal die spezifischen Produktionsparameter einer Druckerei nicht genau. Die Maschinen haben unterschiedliche Toleranzen, die Papiere variieren in der Dicke und die Bindemethoden beeinflussen das Endergebnis.
Deshalb ist es am besten, ein Projekt als Phase zu betrachten, nicht als Endzustand. Ein kurzes Gespräch mit der Druckerei ermöglicht es Ihnen, Details zu erkennen, die auf dem Bildschirm nicht sichtbar sind.
Zusammenfassung
Bei einem druckfertiger Entwurf geht es nicht nur um Ästhetik, sondern vor allem um technische Korrektheit. Wenn auch nur eines der beschriebenen Signale in Ihrer Datei auftaucht, lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und die Details zu überprüfen. Der Druck ist ein präzises Verfahren – und kleine Mängel in der Entwurfsphase können sich in der Produktion zu großen Problemen auswachsen.






