Viele Kunden erwarten, dass jedes gedruckte Buch, jeder Katalog oder jedes Flugblatt genau gleich aussieht – unabhängig davon, wann es gedruckt wurde. In der Praxis ist es unmöglich, eine 100-prozentige Gleichheit zu erreichen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Druckerei einen Fehler gemacht hat. Die Druckproduktion hängt von vielen Variablen ab, und eine der wichtigsten sind die Druckfarben. Diese beeinflussen zusammen mit dem Papier, der Maschine und den Produktionsbedingungen das endgültige Aussehen des Drucks. Aus diesem Grund können selbst zwei Druckläufe desselben Designs leicht voneinander abweichen.
Druckfarben und Druckverfahren
Druckfarben verhalten sich nicht wie Farbe an der Wand oder Tinte in einem Heimdrucker. Während der Produktion durchlaufen sie eine Reihe von Prozessen, die ihr endgültiges Aussehen beeinflussen.
Zu den Bedeutungen gehören:
- Menge der aufzutragenden Farbe,
- die Art der Übertragung auf das Papier,
- die Trocknungszeit,
- die Art des Untergrunds.
Jedes dieser Elemente kann das Endergebnis auf subtile Weise verändern. Für die meisten Betrachter bleiben die Unterschiede praktisch unsichtbar, aber wenn man zwei Kopien sorgfältig vergleicht, kann man sie bemerken.
Druckfarben vs. Papier
Dieselbe Farbe sieht auf verschiedenen Papieren unterschiedlich aus. Dies ist eines der Grundprinzipien des Druckens.
Kreidehaltiges Papier reflektiert das Licht anders als ungestrichenes Papier. Andererseits beeinflussen Papiere mit wärmeren Farbtönen, wie Munken Print Cream, die Farbwahrnehmung anders als das sehr weiße Nautilus SuperWhite.
Daher muss der Drucker immer nicht nur die Druckfarben, sondern auch das Material berücksichtigen, auf dem sie gedruckt werden sollen.
Es ist die Kombination aus Papier und Tinte, die das Endergebnis bestimmt.
Druckfarben vs. Produktionstoleranzen
Beim Druck gibt es gewisse Farbtoleranzen. Das bedeutet, dass leichte Unterschiede zwischen aufeinanderfolgenden Bögen oder aufeinanderfolgenden Druckläufen völlig normal sind.
Moderne Druckmaschinen kontrollieren zwar ständig die Produktionsparameter, können aber kein absolut identisches Erscheinungsbild jedes Drucks garantieren.
Zu den Einflüssen gehören:
- Temperatur,
- Feuchtigkeit,
- Papiereigenschaften,
- Viskosität der Farbe.
Deshalb bemüht sich eine professionelle Druckerei um die Einhaltung von Qualitätsstandards und nicht um mathematische Gleichheit.
Druckfarben im Vergleich zu Pantone-Farben
Mit Pantone-Farben lässt sich eine noch größere Präzision erzielen. Im Gegensatz zum CMYK-Standarddruck werden Pantone-Farben als fertige Mischungen zubereitet.
Dadurch kann eine sehr hohe Wiederholbarkeit erreicht werden, insbesondere bei Unternehmensfarben.
Das bedeutet jedoch nicht, dass es auch hier keine Unterschiede gibt. Papier, Lack oder Veredelung beeinflussen nach wie vor das endgültige Aussehen des Drucks.
Daher können selbst bei Pantone die Farben auf verschiedenen Materialien leicht unterschiedlich aussehen.
Druckfarben vs. nachträgliche Ergänzungen
Diese Frage stellen sich Verleger häufig. Wird ein Buch, das in einem Jahr hinzugefügt wird, genauso aussehen wie die erste Auflage?
Meistens lautet die Antwort: sehr ähnlich, aber nicht vollkommen identisch.
In der Zwischenzeit können sich die Dinge ändern:
- Stapel von Papier,
- Tinte,
- Maschineneinstellungen,
- Produktionsbedingungen.
Aus diesem Grund bewahren professionelle Druckereien Farbmuster und Dokumentationen früherer Produktionen auf. So wird sichergestellt, dass spätere Ergänzungen dem Original so nahe wie möglich kommen.
Druckfarben vs. Qualitätskontrolle
Obwohl eine 100%ige Übereinstimmung nicht erreicht werden kann, ermöglicht der moderne Druck eine sehr effektive Qualitätskontrolle.
Während der Produktion kontrollieren die Bediener regelmäßig:
- Farbdichte,
- Farbkonsistenz,
- Farbabstimmung,
- Qualität der Drucke.
Zunehmend werden auch Spektralphotometer eingesetzt, um die Farbe objektiv zu messen und innerhalb bestimmter Toleranzen zu halten.
Infolgedessen sind die Unterschiede von einem Exemplar zum anderen in der Regel minimal.
Ist es sinnvoll, zwei Kopien zu vergleichen
In der Praxis lassen sich die meisten Unterschiede erst erkennen, wenn man zwei Exemplare nebeneinander legt und sehr genau vergleicht.
Einem Leser, der ein einzelnes Buch betrachtet, werden solche Abweichungen praktisch nie auffallen.
Leichte Farbunterschiede sind daher kein Hinweis auf einen Produktionsfehler. Sie sind ein natürliches Merkmal des Druckprozesses und liegen im Rahmen der geltenden Qualitätsstandards.
Zusammenfassung
Die Druckfarben sind nur eines der Elemente, die das Aussehen des fertigen Drucks beeinflussen. Das Endergebnis hängt auch vom Papier, den Produktionsbedingungen, den Maschineneinstellungen und der verwendeten Technologie ab.
Daher werden zwei Drucke desselben Motivs nie zu 100 % identisch sein. Eine professionelle Druckerei stellt jedoch sicher, dass alle Unterschiede innerhalb akzeptabler Toleranzen liegen und für den Empfänger praktisch nicht wahrnehmbar sind.






