Kann eine Druckdatei in Word erstellt werden? Theoretisch – ja. In der Praxis ist das ein einfacher Weg zu Problemen. Textdokumente mit der Endung .docx sind zwar beliebt und bequem, aber für die professionelle Erstellung von Grafikmaterial völlig ungeeignet. Wenn Sie Wert auf Qualität, Konsistenz und ein vorhersehbares Endergebnis legen, sollten Sie wissen, warum eine Druckdatei anders erstellt werden sollte.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die 5 häufigsten Probleme, die sich aus der Arbeit mit Word ergeben, und schlagen vor, wie man es ersetzen kann.
1. Eine Druckdatei ohne Beschnittzugabe? Word unterstützt sie nicht
Eine der Grundvoraussetzungen für den Satz von Materialien für den Druck sind Beschnittzugaben, d. h. eine Sicherheitsmarge, die gewährleistet, dass wichtige Elemente des Entwurfs beim Schneiden des Drucks nicht verschwinden. Word bietet keine systemeigene Unterstützung für Beschnittzugaben, und selbst wenn Sie sie manuell „zeichnen“, wird kein Ausschießsystem in einer Druckerei sie korrekt behandeln.
Die Lösung: Verwenden Sie Programme wie Adobe InDesign oder Affinity Publisher, mit denen Sie Beschnittzugaben automatisch festlegen können.
2. Die Farben in Word sind RGB, und die Datei für den Druck muss CMYK sein.
Word verwendet standardmäßig den RGB-Farbraum, der für Bildschirme konzipiert ist. Für den Offset- und Digitaldruck ist dagegen CMYK erforderlich. Eine fehlende Konvertierung kann zu erheblichen Farbunterschieden zwischen dem Entwurf und dem fertigen Druck führen – insbesondere bei intensiven Farben.
Hinweis: Die Farbkonvertierung RGB → CMYK funktioniert rückwirkend nicht perfekt – es ist besser, das Projekt von Grund auf im richtigen Modus zu entwerfen.
3. Die Druckdatei muss eingebettete Schriftarten enthalten
Word bettet Schriftarten nicht automatisch ein. Wenn Sie eine Datei an eine Druckerei senden und keine bestimmte Schriftart angeben, kann es sein, dass die Produktionssysteme diese mit einer Standardschriftart überschreiben. Das Ergebnis? Ein uneinheitliches Textlayout, ein verändertes Schriftbild und manchmal sogar falsche Zeichen.
Bei PDF/X-Dateien aus DTP-Programmen werden die Schriftarten automatisch eingebettet, und das Dokument behält sein Layout unabhängig vom Computer bei.
4. Word kann nicht mit Ebenen, Transparenz und Vektorgrafiken umgehen
Wenn Ihr Entwurf Grafiken, Hintergründe oder Transparenzen enthält, kann Word diese in der PDF-Datei falsch kodieren. Dies führt häufig zu:
- „gezackte“ Kanten,
- seltsame Ränder um grafische Elemente,
- falsche Positionierung von Text.
Publikationssatzprogramme unterstützen nicht nur Transparenz, sondern ermöglichen auch die volle Kontrolle über Ebenen und die Reihenfolge der Objekte.
5. Professionelle Druckdatei muss den PDF/X-Standards entsprechen
Um die Anforderungen der Druckerei zu erfüllen, sollte der Entwurf im Format PDF/X-1a oder PDF/X-4 gespeichert werden. Dies garantiert:
- Einbettung aller Schriftarten und Bilder,
- keine externen Links,
- geeigneter Farbraum.
Word erlaubt es nicht, nach PDF/X zu exportieren. Selbst wenn Sie die Datei als PDF speichern, kann sie im Druckprozess inakzeptable Fehler enthalten (z. B. Verknüpfungen zu Wolkengrafiken, fehlende Transparenzreduzierung usw.).
Zusammenfassung: Eine Druckdatei erfordert mehr als Word
Sie fragen sich, ob Ihr Projekt druckreif ist? Wenn Sie es in Word erstellt haben, lautet die Antwort: eher nicht. Es geht nicht darum, auf einfache Werkzeuge zu verzichten, sondern sich ihrer Grenzen bewusst zu sein.
Brauchen Sie Hilfe bei der Vorbereitung Ihrer Datei für den Druck? Schicken Sie uns das Projekt – wir prüfen es und schlagen die beste Lösung vor. Und wenn Sie alles unter Kontrolle haben wollen, arbeiten Sie von Anfang an mit professionellen Werkzeugen.






